Razvan Popovici

 Liebe Musikfreunde,

Herzlich willkommen zum 6. Chiemgauer Musikfrühling – der besten Gelegenheit für gute Stimmung, Spannung, Leidenschaft und... Überraschungen! Zusätzlich zur gewohnten Dosis an Musik möchten wir Ihnen in diesem Jahr noch vieles mehr anbieten: Literatur, Fotografie und sogar eine erste Begegnung mit dem Film.

Mehrere Künstler werden zum ersten Mal in Traunstein auftreten, darunter die bekannte Geigerin Alina Pogostkina (erste deutsche Gewinnerin des Sibelius-Wettbewerbes in Helsinki) und der Salzburger Viola-Virtuose Peter Langgartner. Das weltberühmte Aljosha Zimmermann Ensemble wird für eine spannende Premiere im Club Kafka sorgen: Die musikalische Begleitung eines Überraschungs-Stummfilms.

Der Chiemgauer Musikfrühling gedenkt selbstverständlich auch des 20. Todestages von Thomas Bernhard mit einem literarisch-musikalischen Abend: „Wien – so nah, so fern...“ Es ist uns eine Ehre, dass Detlev Eckstein, Schauspieler am Wiener Burgtheater, an diesem Abend in der Klosterkirche vorlesen wird. Das hochkarätige „Musikfrühling-Ensemble“ wird sich selbstverständlich wieder um die kleinen Zuschauer kümmern und diesen in der bereits traditionellen „Musikküche“ neue musikalische Geheimnisse verraten.

Eine Zusammenarbeit mit dem SONORO Festival in Bukarest ermöglicht die Ausstellung des rumänischen Fotografen Serban Mestecaneanu „SONORO – Imagining music“, die poetische Einblicke in (nicht nur) musikalische Kulissen gibt.

Es freut mich besonders, dass wir heuer ein erstes und vielversprechendes „Gastspiel“ außerhalb Traunsteins unternehmen können: Das traumhaft gelegene Kloster Höglwörth wird den perfekten Rahmen für ein festliches Treffen mit einem Meisterwerk von Johann Sebastian Bach bieten, nämlich die Goldberg-Variationen, die in der berühmten Streichtrio-Bearbeitung von Dimitry Sitkovetsky erklingen werden.

Ich wünsche Ihnen eine fröhliche Entdeckungsreise während der musikalischsten Woche des Frühlings! 

Ihr Razvan Popovici, Intendant
Razvan Popovici


Diana Ketler

 Liebe Freunde,

Willkommen zur sechsten Ausgabe unseres Festivals! In Traunstein wurde eine Tradition begründet, von der wir bei der Premiere des Chiemgauer Musikfrühlings vor einigen Jahren nur träumen konnten. Wir haben für Sie wieder ein aufregendes Programm vorbereitet, und ich möchte Ihnen gerne zwei der Komponisten vorstellen, deren Werke wir aufführen werden und deren Namen nicht allzu oft auf den Plakaten von Kammerkonzerten auftauchen, da sie beide für ihre Arbeiten in völlig anderen Genres viel bekannter sind.

Der erste ist Michail Glinka, der vor allem als Komponist der ersten auf russisch gesungenen Opern berühmt wurde. Glinkas Vision war es, „die westliche Fuge mit unseren russischen musikalischen Gegebenheiten zu vermählen“. Dieser ruhige Aristokrat war ein echter Klassizist und mit der magischen Gabe der Transformation gesegnet – seine spanischen Ouvertüren, italienischen Canzonettas, das Große Sextett im venezianischen Stil und die polnischen Szenen in der Oper Ein Leben für den Zaren sind perfekte Beispiele für seine fast schon unheimliche Fähigkeit, die Essenz anderer musikalischer Sprachen zu erfassen.

Das Vermächtnis von Glinka sowie eines anderen großen Russen, Alexander Puschkins, wurde von Sergei Tanejew fortgeführt. Tanejew ist eine der Schlüsselfiguren der russischen Musikkultur, ein Schüler Tschaikowskis und der Lehrer von Rachmaninow, Skrjabin und Medtner. Rachmaninow beschrieb ihn als die „Verkörperung der Höheren Wahrheit auf Erden“. Tanejew war ein höchst spiritueller, edler Künstler, „das Gewissen des musikalischen Russlands“. Er verband die Bewunderung für die Klassik-Tradition Westeuropas und seine Liebe für Bach, Beethoven und Mozart mit einem tiefgründigen russischen Sentiment.

Das Klavierquintett ist eines seiner Meisterstücke und ein Vorläufer der Kammermusik des 20. Jahrhunderts, besonders Schostakowitschs. Tanejew war selbst ein erstklassiger Pianist und spielte die Uraufführungen vieler Klavierwerke seines Mentors Tschaikowski, einschließlich des Klaviertrios. 1875 war er im Alter von 19 Jahren der erste Pianist, der das Klavierkonzert Nr. 1 von Johannes Brahms in Russland darbot, mit Nicolai Rubinstein als Dirigent. Tanejew wurde als der „russische Brahms“ betitelt (obwohl er, ebenso wie Tschaikowski, Brahms offensichtlich nicht mochte – noch ein Widerspruch, über den wir nachdenken sollten!) und wir freuen uns sehr darauf, Ihnen zwei der großartigsten Kammermusikstücke dieser zwei musikalischen Giganten an einem Abend darbieten zu dürfen. Ebenso freuen wir uns auf bekannte und neue Gesichter bei unseren Konzerten, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum, und wir wünschen Ihnen allen eine wundervolle musikalische Erfahrung!

Ihre Diana Ketler, Künstlerische Leiterin
Diana Ketler


SONORO – IMAGINING MUSIC

Schwarz-weiss Fotoaustellung des rumänischen Fotografen Serban Mestecaneanu

Die Austellung lädt Sie zu einer poetischen Reise durch die unendlichen Räume der Donau-Landschaft in Süd-Rumänien ein, auf der Suche nach Musik, wunderbaren Menschen und wahrer Ursprünglichkeit.


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